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Japans BIP sinkt: Was bedeutet das für die BoJ?

Plus500 | Donnerstag 16 Mai 2024

Es ist kein Geheimnis, dass sich Japans Wirtschaft in den letzten Monaten abgeschwächt hat. Das Land ist in eine Rezession gerutscht, und im Februar wurde Japan, das ursprünglich als drittgrößte Volkswirtschaft der Welt galt, von Deutschland entthront und zur viertgrößten Volkswirtschaft der Welt gemacht.

Diese Abschwächung setzte sich im ersten Quartal 2024 fort, wie aus den jüngsten Daten zum Bruttoinlandsprodukt (BIP) hervorgeht. 

Werfen wir einen Blick auf die Zahlen und was sie für die Bank von Japan (BoJ) und die asiatischen Märkte bedeuten könnten:

Japan’s GDP Falls: What Does this Mean for the BoJ?

Fällt Japans Wirtschaft schneller als erwartet?

Am Donnerstag, den 16. Mai 2024, wurde das japanische BIP für das erste Quartal veröffentlicht, das Händlern, Verbrauchern und geldpolitischen Entscheidungsträgern dringend benötigte Einblicke in den Zustand einer der größten Volkswirtschaften der Welt gewährt. 

Das BIP ist ein Maß für die wirtschaftliche Gesundheit eines Landes, da es den Wert der innerhalb der Landesgrenzen produzierten, geschaffenen und angebotenen Waren und Dienstleistungen widerspiegeln kann. Als solches kann diese Kennzahl wichtig sein und sowohl die Finanzmärkte als auch die Wirtschaft als Ganzes beeinflussen. 

Die jüngsten BIP-Daten haben - vielleicht wenig überraschend - gezeigt, dass die japanische Wirtschaft weiterhin schwächelt und sich der Trend der letzten Monate fortsetzt. Es scheint jedoch, dass der Rückgang über den Erwartungen lag und schneller als erwartet erfolgte. Denn während die Ökonomen von Reuters und QUICK für das erste Quartal 2024 einen Rückgang von 1,5 % erwarteten, zeigten die tatsächlichen Ergebnisse einen annualisierten Rückgang von 2 % gegenüber dem vorangegangenen Quartal. Mit anderen Worten: Japans Wirtschaft schrumpfte auf vierteljährlicher Basis um 0,5 %, während Ökonomen einen Rückgang um 0,4 % erwartet hatten.

Die Daten zeigten auch, dass Japans Exporte um 18,7 %, die Importe um 12,8 %, die privaten Wohnungsbauinvestitionen um 9,8 % und die Unternehmensinvestitionen um 3,2 % zurückgingen. Auch der private Verbrauch, eine wichtige Komponente der japanischen Wirtschaft (er macht etwa die Hälfte der Wirtschaft aus), ging um 0,7 % gegenüber den erwarteten 0,2 % zurück. Dies wiederum war der vierte Rückgang in Folge und der längste seit 2009.

Darüber hinaus verzeichnete der Konsum den vierten vierteljährlichen Rückgang in Folge aufgrund der höheren Inflation, die das Lohnwachstum überstieg. Laut Ökonomen wie Atsushi Takeda vom Itochu Research Institute „war der Konsum schwächer als erwartet, mit starken Rückgängen bei langlebigen Gütern.“

Was treibt Japans Wirtschaft nach unten?

Es gibt eine Vielzahl von Faktoren, die das japanische Wirtschaftswachstum beeinträchtigen. Die wichtigsten sind das Noto-Erdbeben, das Japan am Neujahrstag erschütterte und den Betrieb einiger japanischer Unternehmen wie Toyota beeinträchtigte, höhere Lebenshaltungskosten, ein geringerer Verbrauch und wirtschaftliche Unsicherheiten zusammen mit einer steigenden Inflation.

All diese Faktoren trieben die japanische Wirtschaft nach unten und schwächten den japanischen Yen, der im letzten Monat ein 34-Jahres-Tief erreichte und gegenüber dem US-Dollar deutlich an Wert verlor.

Was denken Analysten?

Trotz der nicht ganz so rosigen Daten ist für Japans Wirtschaft nicht alles schlecht, wie der Wirtschaftswissenschaftler Takeda feststellte: Die Investitionsausgaben werden im Laufe des Jahres aufgrund stärkerer Investitionspläne der Unternehmen steigen. Takeda erwartet auch, dass das BIP „zu einem positiven Wachstum zurückkehrt“. 

Andere Ökonomen wie Yoshima Maruyama von SMBC Nikko Securities erklärten, dass sich Japans Wirtschaft „in diesem Quartal dank steigender Löhne sicherlich erholen wird, obwohl die Unsicherheit beim Dienstleistungskonsum bestehen bleibt.“

Man darf jedoch nicht vergessen, dass es sich hierbei nur um Vorhersagen handelt und die tatsächliche wirtschaftliche Entwicklung des Landes noch unscharf ist.

Was bedeutet dies für die Bank von Japan (BoJ)?

Die jüngsten Daten scheinen die Entscheidung der BoJ nur zu erschweren, die nun die Zinssätze erneut anheben muss, um die ungünstigen Bedingungen zu bekämpfen. Und das, obwohl die Zentralbank auf ihrer letzten Sitzung im März bereits die Zinssätze angehoben hat, was die erste Zinserhöhung der BoJ seit 2007 war.

Dennoch, so einige Analysten wie Yoshimasa Maruyama, „wäre es möglich, dass der Zeitpunkt der Zinserhöhungen verschoben wird, je nachdem, wie sich das BIP im laufenden Quartal erholen wird.“ (Quelle: Yahoo Finance)

Wie reagieren die Märkte?

Trotz der schwachen BIP-Daten stiegen viele asiatische Indizes und Aktien am Donnerstag an, vor allem aufgrund eines positiven US-VPI-Berichts von der Wall Street, der darauf hindeutete, dass die Federal Reserve einer Zinssenkung näher kommen könnte.

Infolgedessen stiegen der Hongkonger Hang Seng (Hong Kong 50) und der MSCI am Donnerstag um 0,9 % bzw. 1,44 %. Ob diese Dynamik anhält, bleibt abzuwarten.

Was hält die Zukunft für Japans Wirtschaft noch bereit? Was bedeutet dies für die bevorstehende Sitzung der BoJ am 13. und 14. Juni? Das wird nur die Zeit zeigen.


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