IBEX-35-Unternehmen beobachten Zollrisiken im BRICS-Raum
Der spanische Leitindex IBEX 35 schloss am Freitag, den 4. Juli, mit einem Minus von 1,48 % im Handelsverlauf, belastet durch erneute Befürchtungen, dass die USA Zölle verhängen könnten. Die Unsicherheit wurde zusätzlich verstärkt, als US-Präsident Donald Trump am Sonntag, den 6. Juli, auf Truth Social erklärte, dass jedes Land, das sich an den BRICS-Politiken orientiert, mit einem zusätzlichen Zoll von 10 % belegt werden würde.
Einige spanische Unternehmen im IBEX 35 pflegen Geschäftsbeziehungen zu den BRICS-Staaten, zu denen Brasilien, Russland, Indien, China und Südafrika gehören. Trumps Äußerungen fielen während des BRICS-Gipfels in Rio de Janeiro an diesem Wochenende, bei dem die Mitgliederzahl auf elf erweitert wurde – durch die Aufnahme von Ägypten, Iran, Vereinigte Arabische Emirate, Äthiopien, Saudi-Arabien und Indonesien.
Ob die USA diese Maßnahmen tatsächlich umsetzen werden, ist noch unklar. Die US-Regierung hat eine neue Zollrunde bereits bis zum 1. August verschoben. Spanische multinationale Unternehmen mit Aktivitäten in BRICS-Ländern beobachten daher genau die mögliche Einführung zusätzlicher Zölle in diesen Schwellenländern sowie etwaige Auswirkungen auf Unternehmen, die im EU-US-Handel aktiv sind. (Quelle: Finanzas)

Inditex-Aktie im Jahresverlauf unter Druck
In einem Jahr, das von Unsicherheit über mögliche US-Zölle geprägt ist, hat die Inditex-Aktie [ITX.E] seit Jahresbeginn 12,61 % an Wert verloren. Seit Donnerstag, dem 3. Juli, ist der Kurs von 44,43 EUR auf 43,35 EUR zum heutigen Handelsstart gesunken.
Inditex ist in den BRICS-Märkten mit einer moderaten, aber breit aufgestellten Präsenz vertreten. Laut dem zuletzt veröffentlichten Konzernabschluss betrieb das Unternehmen zum 31. Januar 2025 insgesamt 7 Filialen in Südafrika, 54 in Brasilien und 134 im chinesischen Festland.
Um die Abhängigkeit von möglichen Handelsstörungen zu verringern, arbeitet der Konzern an der Diversifizierung seiner Beschaffungsquellen und setzt verstärkt auf lokale und regionale Lieferketten, die mögliche Volatilität abfedern könnten – so Gorka García-Tapia, Director of Investor Relations.
Acerinox zwischen US-Zollchancen und BRICS-Risiken
Die Aktie von Acerinox [ACX.E] ist in den vergangenen fünf Handelstagen um 2,5 % auf 10,55 EUR gefallen. Seit Jahresbeginn liegt der spanische Stahlhersteller jedoch weiterhin mit rund 12,59 % im Plus – auch wenn die Dynamik zuletzt nachgelassen hat.
Im Bericht zum ersten Quartal 2025 erklärte das Unternehmen, dass die Zölle insgesamt positiv für Acerinox seien, gleichzeitig jedoch zusätzliche Unsicherheiten mit sich bringen. Während Acerinox mehrere Produktionsstätten in den Vereinigten Staaten betreibt, gehört dem Konzern auch Columbus Stainless – ein Werk in Südafrika, einem der Kernländer der BRICS-Staaten.
Santander und Mapfre betonen Abhängigkeit von Gewinnen in Brasilien
Die BRICS-Staaten haben ihre Besorgnis darüber geäußert, dass neue US-Zölle ihre Volkswirtschaften belasten könnten. Finanzdienstleistungen bleiben ein zentraler Wachstumstreiber in diesen Märkten – zwei spanische IBEX-35-Unternehmen sind dabei besonders stark in Brasilien engagiert.
Für Santander [SAN.E] erzielte das Brasilien-Geschäft im Jahr 2024 ein Vorsteuerergebnis in Höhe von 3,8 Mrd. EUR – bei einem Gesamtgruppenergebnis von 19,0 Mrd. EUR. Bei Mapfre [MAP.E] steuerte das Versicherungsgeschäft in Brasilien 255,1 Mio. EUR zum Nettogewinn bei; der gesamte Geschäftsbereich erzielte 842 Mio. EUR.
In den letzten fünf Handelstagen legte die Santander-Aktie um rund 0,5 % zu, während Mapfre etwa 0,2 % gewann.
Schlussfolgerung
Spanische Unternehmen im IBEX 35 mit Aktivitäten in BRICS-Staaten blicken in der zweiten Jahreshälfte 2025 auf ein wirtschaftliches Umfeld, das von Unsicherheiten in der Handelspolitik geprägt ist. Inditex, Acerinox, Santander und Mapfre weisen jeweils unterschiedliche Grade an BRICS-Exponierung auf, die im Falle neuer US-Zölle Auswirkungen haben könnten.
Bisher fielen die Kursreaktionen moderat aus, da die Einzelheiten möglicher Maßnahmen noch diskutiert werden. Im Laufe dieses Monats – mit der bevorstehenden Frist am 1. August – dürften die kommenden Wochen mehr Klarheit darüber bringen, ob die vorgeschlagenen Zölle umgesetzt werden und wie Unternehmen mit BRICS-Verbindungen darauf reagieren werden.
*Vergangene Performance ist kein Indikator für zukünftige Ergebnisse