S&P 500 stabilisiert sich vor Trumps Zöllen am Befreiungstag
Der S&P 500 unternahm am Dienstag einen kleinen Erholungsversuch, stieg um 0,4 % und erholte sich von früheren Verlusten. Es war ein positiver erster Tag des zweiten Quartals an der Wall Street nach einem Rückgang von 4,6% in den ersten drei Monaten des Jahres, dem schlechtesten ersten Quartal seit 2022.
Die unentschlossene Marktsitzung am Dienstag symbolisierte eine Flaute in der Handelsaktivität, da die Anleger auf neue Zollnachrichten am so genannten „Befreiungstag“ warteten, der am Mittwoch um 20:00 Uhr GMT (16:00 Eastern Time) bekannt gegeben werden soll.

S&P 500 (ES) Kurschart
Der Aktienindex S&P 500 hat Unterstützung an einer steigenden Trendlinie gefunden, die die im April und Juli 2024 sowie im letzten Monat gebildeten Tiefs verbindet. Ein Rückprall von hier aus würde die Hoffnung auf eine vollständige Erholung und eine Rückkehr zu den Rekordhochs erhöhen, während ein Durchbruch unter diese Linie ein Zeichen dafür wäre, dass der im November 2024 begonnene Aufwärtstrend beendet ist.
Gleichzeitig richten die Anleger ihr Augenmerk auf den Korrekturbereich des Index, der um etwa 10 % von seinem am 19. Februar erreichten Rekordhoch gefallen ist.

*Vergangene Performance ist kein Indikator für zukünftige Ergebnisse
Neueste Nachrichten über die Details der Zölle
Nach wochenlangen Spekulationen werden die Einzelheiten der von US-Präsident Donal Trump geplanten neuen Zölle auf Handelspartner am Mittwoch am späten Nachmittag bei einer Ankündigung im Rosengarten des Weißen Hauses bekannt gegeben.
Während die vollständigen Details noch nicht bekannt gegeben wurden, gilt es als sicher, dass die Zölle sofort in Kraft treten werden. Das Fehlen einer „Gnadenfrist“ könnte die bislang friedlichen Märkte, die nach einem turbulenten ersten Quartal 2025 eine Atempause eingelegt haben, aus dem Gleichgewicht bringen.
Berichten zufolge wurden sowohl pauschale Universalzölle von 20 % als auch gezielte Zölle für einzelne Länder in Erwägung gezogen.
Finanzminister Scott Bessent erklärte am Dienstag gegenüber republikanischen Mitgliedern des Repräsentantenhauses, dass die gegenseitigen Zölle als „Obergrenze“ für die höchsten US-Zollsätze dienen würden, mit denen Länder konfrontiert werden könnten, und dass diese Sätze gesenkt werden könnten, wenn diese Länder den Forderungen der Regierung nachkämen, so der republikanische Abgeordnete Kevin Hern.
Eine einmonatige Ausnahmeregelung von den 25 %igen Fentanyl-Zöllen auf die meisten kanadischen und mexikanischen Waren läuft ebenfalls am Mittwoch aus, und die neuen Zölle werden zusätzlich zu den 25 %igen globalen Abgaben auf Autoimporte erhoben. (Quelle: Reuters)
In unserem ausführlichen Artikel erfahren Sie mehr darüber, was Zölle sind.
Vergeltungszölle
Ursula von der Leyen, die Chefin der EU-Exekutive, sagte am Dienstag in einer Rede: „Wir wollen nicht unbedingt Vergeltungsmaßnahmen ergreifen, aber wenn es notwendig ist, haben wir einen starken Plan, um Vergeltungsmaßnahmen zu ergreifen, und wir werden ihn nutzen“. Außerdem fügte er hinzu, dass Europa „offen für Verhandlungen“ sei.
Auch der kanadische Premierminister Mark Carney erklärte am Dienstag vor den Medien. „Wir werden Vergeltungsmaßnahmen ergreifen, wenn morgen zusätzliche Maßnahmen gegen Kanada ergriffen werden.“
Wirtschaftswissenschaftler sagen, dass die Ungewissheit über mögliche Vergeltungszölle - wie andere Länder mit eigenen Maßnahmen reagieren könnten - es schwierig macht, die Auswirkungen auf alltägliche Konsumgüter vorherzusagen.
Schlussfolgerung
Angesichts der bevorstehenden Bekanntgabe der Einzelheiten der neuen US-Zölle trübt die Unsicherheit weiterhin die Aussichten für den S&P 500. Der Index konnte sich zwar von den jüngsten Tiefstständen stabilisieren, doch die drohende unmittelbare Umsetzung der Zölle sowie das unbekannte Ausmaß der weltweiten Vergeltungsmaßnahmen stellen ein zusätzliches Risiko für die nächste Marktentwicklung dar.
Ob der Index seine Trendlinienunterstützung hält oder in den Korrekturbereich abrutscht, dürfte davon abhängen, wie die Märkte den bevorstehenden politischen Schock interpretieren und wie die Handelspartner in den kommenden Tagen reagieren.
*Vergangene Performance ist kein Indikator für zukünftige Ergebnisse