Nahostkonflikt erschüttert Öl-, Erdgas- und Goldmärkte und sorgt für Volatilität
Die jüngste Eskalation im Nahen Osten, ausgelöst durch US-amerikanische und israelische Angriffe auf den Iran und die darauf folgenden Vergeltungsmaßnahmen in der Region, hat Schockwellen durch die globalen Finanzmärkte geschickt.
Störungen der kritischen Energieinfrastruktur und der Schifffahrtsrouten, insbesondere der Straße von Hormus, haben zu Volatilität bei Rohstoffen, Aktien und sicheren Anlagen geführt. Rund 20 % der weltweiten Öl- und LNG-Transporte passieren die Straße von Hormus, sodass jede Bedrohung dieser Wasserstraße für die globalen Märkte von großer Bedeutung ist.
Nachfolgend finden Sie eine Aufschlüsselung der Auswirkungen des Konflikts auf Öl, Erdgas, Edelmetalle, Volatilitätsindizes und globale Aktienmärkte.

TL;DR
Öl: Stieg aufgrund von Risiken für die Versorgungswege am Golf und Störungen im Tankerverkehr.
Erdgas: Stieg nach der Einstellung der LNG-Produktion in Katar.
Gold: Stieg, da Investoren in sichere Anlagen investierten.
Silber: Folgte Gold, jedoch mit höherer Volatilität aufgrund der industriellen Nachfrage.
VIX: Stieg, da geopolitische Unsicherheiten zu Absicherungsgeschäften am Markt führten.
Globale Indizes: Fielen weltweit, da Energiepreise und geopolitische Risiken die Aktienmärkte belasteten.
Ölpreise steigen aufgrund wachsender Risiken in der Straße von Hormus
Die Ölmärkte reagierten sofort auf die Eskalation, getrieben von Befürchtungen einer Versorgungsunterbrechung in der Golfregion.
Die Brent-Rohölpreise stiegen und erreichten während der letzten Handelstage (am Dienstag) etwa 82 bis 85 US-Dollar pro Barrel.
Versandstörungen und Tankerangriffe in der Nähe der Straße von Hormus haben dazu geführt, dass Händler potenzielle Versorgungsengpässe in ihre Preisgestaltung einkalkulieren.
Über die Straße werden etwa ein Fünftel der weltweiten Ölversorgung abgewickelt, sodass jede Sperrung schwerwiegende Auswirkungen auf die globalen Energieflüsse haben könnte.
Angriffe auf Energieinfrastrukturen, darunter Anschläge auf Anlagen in Saudi-Arabien und Katar, haben ebenfalls die Sorge vor anhaltenden Versorgungsschocks verstärkt.
Fazit für den Markt: Auch wenn die Wertentwicklung in der Vergangenheit keine Garantie für zukünftige Ergebnisse ist, ist Öl oft der erste und empfindlichste Vermögenswert gegenüber geopolitischen Risiken im Nahen Osten und dient als primärer Übertragungskanal von geopolitischen Entwicklungen auf die globale Inflation und die Konjunkturerwartungen. (Quelle: APNews)
Erdgaspreise steigen nach Unterbrechung der LNG-Lieferungen aus Katar
Die Erdgaspreise haben noch stärkere Schwankungen erfahren als die Ölpreise.
Die Gaspreise in Europa und Asien sind diese Woche stark gestiegen, nachdem Angriffe QatarEnergy, den weltweit größten LNG-Exporteur, zur Einstellung der Produktion gezwungen hatten.
Katar allein liefert rund 20 % des weltweiten LNG, sodass Störungen globale Auswirkungen auf die Stromerzeugung und die Heizungsmärkte haben.
Die Einstellung der LNG-Lieferungen und die Blockade von Tankern haben die Befürchtungen vor einer neuen globalen Energiekrise ähnlich dem Energieschock zwischen Russland und der Ukraine im Jahr 2022 verstärkt.
Fazit für den Markt: Die Gasmärkte reagieren stark aufgrund der direkten Auswirkungen auf die Versorgungsinfrastruktur und nicht nur aufgrund des Transportrisikos.
Gold steigt, da Anleger nach sicheren Anlagen suchen
Die Goldpreise stiegen zunächst an, da Anleger angesichts steigender geopolitischer Risiken nach sicheren Anlagen suchten.
Investoren wechseln in Krisenzeiten aufgrund der vermeintlichen Stabilität von Gold häufig in diesen Rohstoff.
Die jüngsten Marktreaktionen zeigten einen Anstieg des Goldpreises zu Beginn des Handels, bevor er sich stabilisierte, da die Anleger die Nachfrage nach sicheren Anlagen mit der allgemeinen Marktvolatilität in Einklang brachten.
In einigen Märkten ist der Goldpreis inmitten der Krise bereits um mehr als 3 % gestiegen, was die Nachfrage der Anleger nach defensiven Anlagen widerspiegelt.
Fazit für den Markt: Auch wenn die Wertentwicklung in der Vergangenheit keine Garantie für zukünftige Ergebnisse ist, gilt Gold als sicherer Hafen, der tendenziell von geopolitischen Krisen und Inflationsängsten aufgrund von Energiekrisen profitiert.
Die Volatilität von Silber steigt parallel zur Nachfrage nach Edelmetallen
Silber folgt in Zeiten geopolitischer Spannungen in der Regel Gold, weist jedoch aufgrund seiner Doppelfunktion als sicherer Hafen und Industrierohstoff eine höhere Volatilität auf.
Wichtige Einflussfaktoren während des aktuellen Konflikts:
Steigende Nachfrage nach Edelmetallen als Absicherung gegen geopolitische Risiken
Sorgen über eine globale Konjunkturabkühlung aufgrund steigender Energiepreise
Umschichtung von Aktien in defensive Anlagen durch Anleger
Allerdings tendieren Silberpreise aufgrund ihrer industriellen Verwendung dazu, sich weniger konsistent zu entwickeln als Gold.
VIX-Volatilitätsindex steigt angesichts zunehmender Marktängste
Der VIX-Volatilitätsindex, oft als „Angstbarometer“ der Wall Street bezeichnet, ist gestiegen, da sich Händler gegen Unsicherheiten absichern.
Wichtige Faktoren für Volatilitätsspitzen:
Risiko eines größeren regionalen Konflikts
Mögliche Sperrung wichtiger Öltransportwege
Steigendes Inflationsrisiko aufgrund höherer Energiepreise
Geopolitische Konflikte führen in der Regel zu einem starken Anstieg der impliziten Volatilität, insbesondere wenn die Energiemärkte direkt betroffen sind. Am Dienstag, dem 3. März 2026, stieg der VIX um 10 %, als sich die Unsicherheit an den Märkten verstärkte.
Globale Aktienmärkte fallen aufgrund steigender Energiepreise
Die Aktienmärkte weltweit haben Schwankungen erlebt, da Anleger geopolitische Risiken und potenzielle Inflationsschocks einkalkulieren.
Zu den jüngsten Entwicklungen zählen:
Der Dow Jones Industrial Average fiel während der Eskalation im Tagesverlauf um mehr als 600 Punkte.
Die asiatischen Märkte verzeichneten starke Verluste, wobei der südkoreanische Kospi zeitweise um fast 10 % fiel.
Auch die europäischen Märkte gaben nach, wobei der DAX (Deutschland 40), der CAC 40 (Frankreich 40) und der FTSE 100 (UK 100) zwischen 1 % und 2 % verloren.
Der Ausverkauf wird hauptsächlich durch folgende Faktoren verursacht:
Steigende Energiekosten
Inflationssorgen
Risikoaversion unter globalen Anlegern
Größere wirtschaftliche Risiken durch den Nahostkonflikt
Der aktuelle Konflikt könnte mehrere makroökonomische Variablen beeinflussen:
Inflation: Höhere Öl- und Gaspreise wirken sich direkt auf die globale Inflation aus.
Politik der Zentralbanken: Eine höhere Inflation könnte die erwarteten Zinssenkungen verzögern.
Lieferketten: Störungen im Schiffsverkehr könnten sich auf globale Handelswege und die Logistik auswirken.
Der IWF und Wirtschaftswissenschaftler warnen davor, dass der Konflikt die ohnehin schon fragilen globalen Wirtschaftsaussichten zusätzlich mit Unsicherheit belastet.
*Die Wertentwicklung in der Vergangenheit ist kein Indikator für zukünftige Ergebnisse. Die oben genannten Angaben dienen ausschließlich Marketing- und Informationszwecken und sind lediglich Prognosen. Sie sind nicht als Anlageforschung, Anlageberatung oder persönliche Empfehlung zu verstehen.
FAQ
Warum wirkt sich der Nahostkonflikt so stark auf den Ölpreis aus?
Weil die Region einen Großteil des weltweiten Öls produziert und die Straße von Hormus kontrolliert, durch die etwa 20 % der weltweiten Ölversorgung transportiert werden.
Warum reagieren die Erdgaspreise noch stärker als die Ölpreise?
Die wichtige LNG-Infrastruktur und Exportkapazität in Katar wurde gestört, was zu einer Verringerung des weltweiten Angebots und zu starken Preisspitzen führte.
Warum steigen die Goldpreise in Kriegszeiten tendenziell an?
Gold gilt als sicherer Hafen, was bedeutet, dass Anleger in Zeiten geopolitischer Instabilität oder Marktstress Kapital in Gold investieren.
Warum fallen die Aktienmärkte während Konflikten?
Kriege erhöhen die Unsicherheit, treiben die Energiepreise in die Höhe und bedrohen das globale Wachstum, was Anleger dazu veranlasst, ihr Risiko zu reduzieren.